Rechtsextremisten unter sich

Grüne Neonationalsozialisten mit Hakenkreuz und die NPD

"Libertarian National Socialist Green Party" (LNSG) nennt sich ein kleiner neonationalsozialistischer Haufen in den USA. Wer die Internetseite öffnet, wird jedoch sofort mit politischem Braun statt Grün konfrontiert. Auch die Internetadresse kann kaum eindeutiger ausfallen. Libertäres findet sich dort jedoch nicht.

Schon auf der Startseite prangt ein Hakenkreuz, allerdings ein grünes, also das Symbol, welches wie kein anderes Ideologie und Verbrechen der NSDAP repräsentiert. Nur einen Klick weiter findet sich ein Bild aus dem Dritten Reich mit Hakenkreuzen und NSDAP-Wappen. Der dazugehörige Text unterstreicht das: "Wir glauben an eine Erneuerung traditioneller Methoden der vorchristlichen Vergangenheit, inklusive Naturalismus und Nationalismus" ("We believe in a resurrection of traditional methods of the pre-Christian past, including naturalism and nationalism"). Die LNSG bedient Inhalte, wie sie bei vielen Extremisten, besonders bei Neonationalsozialisten auftauchen. Man ist so ziemlich gegen alles, aber besonders gegen freien Handel und damit gegen Globalisierung, gegen Zuwanderung ("... we seek to separate each group from all others ... If this is not done, what results is people of a mixed breed who thus have a confused genetic-cultural memory") und erst recht gegen individuelle Freiheitsrechte. Auf eine Formel gebracht: "... wir werden ... vor allem die liberale Demokratie eliminieren" (" ... we will eliminate the ... liberal democracy"). Als Ziel wird die "arische kulturelle Erweckung" ("Aryan cultural revival") verkündet. Und beim "Issue Judaism" werden krude antisemitische Versatzstücke zusammengerührt. Das ist kennzeichnend für so ziemlich jede Form des Rechtsextremismus.

Wo solch ein Neonationalsozialismus sein Unwesen treibt, ist es oft nicht weit zur NPD. Und in der Tat wirbt die amerikanische Hakenkreuz-Truppe bereits auf ihrer Internet-Startseite mit einem großen grafisch unterlegten Link für die NPD. Auch sie greift zum Hakenkreuz. So geschehen im Juli 2008. Da wurde der Rechtsextremist und ehemalige Vorsitzende der 1995 verbotenen, stramm neonationalsozialistisch ausgerichteten Vereinigung „Freiheitliche Deutsche Arbeiterpartei", Friedhelm Busse, beerdigt. Thomas Wulff, NPD-Mitglied sowie Neonationalsozialist, entfaltete eine Reichskriegsflagge mit Hakenkreuz und legte sie auf Busses Sarg. Direkt dabei stand der NPD-Bundesvorsitzende Voigt mit zahlreichen Kadern. Später wählten NPD-Delegierte Wulff in den erweiterten Parteivorstand. Zusätzlich tauchte im Bundestagswahlkampf 2009 ein Bild des bayerischen NPD-Bundestagskandidaten Philipp Hasselbach auf. Er posiert mit Hitlergruß vor der Hakenkreuzflagge. Da schließt sich der Kreis zwischen den Extremisten.


eingestellt am 2. August 2010