Erfolge der deutschen Fussballnationalmannschaft verunsichern Rechtsextremisten
Brandenburgs NPD-Chef Beier freut sich über deutsche Siege und Özils Tore
Mit herrlichem Spiel fegte die deutsche Fussballnationalmannschaft Engländer und Argentinier vom Platz. Und nicht nur das. Offenbar gerät nun bei so manchem Rechtsextremisten das rassistische Weltbild ins Wanken. So einer ist der brandenburgische NPD-Landesvorsitzende und NPD-Bundesgeschäftsführer Klaus Beier. Noch im April 2009 kassierte er zusammen mit seinem NPD-Bundesvorsitzenden Udo Vogt eine Bewährungsstrafe wegen Volksverhetzung und gemeinschaftlicher Beleidigung. Grund war ein 2006 veröffentlichter WM-Planer der NPD. Darin wurde der damalige Nationalspieler Patrick Owomoyela diskriminiert.
Dieser Linie blieb Beier danach zunächst noch treu. 2007 war er verantwortlich für das Papier "Argumente für Kandidaten & Funktionsträger". Darin steht, ein Mensch anderer Herkunft könne "nie Deutscher werden", da "die Verleihung bedruckten Papiers (BRD-Pass) ja nicht die biologischen Erbanlagen" verändere. Daher blieben "Angehörige anderer Rassen ... körperlich, geistig und seelisch immer Fremdkörper". "Afrikaner und Orientale" gehörten "ganz bestimmt nicht nach Deutschland". Und nach NPD-Meinung auch bestimmt nicht in die deutsche Fussballnationalmannschaft. Beier bestätigte diese Haltung erneut im September 2009. Im Fernsehsender rbb bezeichnete er den in Gelsenkirchen geborenen Mesut Özil abfällig als "Plastedeutschen".
Offenbar beeindruckt vom Spiel der deutschen Mannschaft rückt Beier jetzt vom Rassismus und damit von seiner Partei ab. Das ARD-Nachrichtenmagazin Panorama fragte den NPD-Funktionär vor wenigen Tagen: "Wenn Mesut Özil ein Tor schießt, freuen sie sich dann auch?" Und siehe da, Beier freut sich dann, "wenn Deutschland gewinnt". Na also, es geht doch. Beiers brandenburgische Parteifreunde Ronny Zasowk , Thomas Salomon oder Kersten Radzimanowski wird das bestimmt ebenso freuen.
eingestellt am 6. Juli 2010


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