Rechtsextremistische NPD wirbt um DVU-Mitglieder

DVU-Bundesvorsitzender wirft NPD "NS-Kurs" vor

"Wetzt die langen Messer auf dem Bürgersteig ... " lautet eine Passage in dem verbotenen antisemitischen NS-Hetzlied "Blut". In ihm wird in brutalster Sprache offen zu Gewalt und Mord an Menschen aufgerufen. Wer das Lied aufführt, begeht eine Straftat. Trotzdem wurde es über Jahre hinweg bei illegalen rechtsextremistischen Hass-Konzerten angestimmt. Beispielsweise am 25. August 2007 in Finowfurt auf der Liegenschaft des brandenburgischen DVU-Funktionärs Klaus Mann. Weitere rechtsextremistische Hass-Konzerte fanden bei ihm am 12. Mai 2007, 11. August 2007, 15. September 2007, 6. Oktober 2007, 18. Oktober 2008 und am 6. Juni 2009 statt. Ein weiteres Konzert wurde am 8. August 2008 durch die Polizei verhindert, andere hier erwähnte aufgelöst. Geholfen haben der DVU diese Konzerte nicht. Bei der Landtagswahl am 27. September 2009 flog sie mit mageren 1,2 Prozent aus dem Parlament.

Erst am 6. Juni 2009 wurde Mann als DVU-Kreisverbandsvorsitzender bestätigt. Wer sich seinem Grundstück nähert, findet den Hinweis "Achtung - Sie verlassen jetzt die Bundesrepublik Deutschland und betreten deutsches Reichsgebiet". Mann pflegt Kontakte zu neonationalsozialistischen "Freien Kräften". Die besuchten am 21. Juni 2008 neben NPD-Mitgliedern das DVU-Sommerfest auf seinem Grundstück. Auch das scheint die DVU offenbar nicht weiter zu stören.

Bekanntlich ist die Beziehung zwischen den einstigen Extremistenpakt-Partnerinnen DVU und NPD seit dem Bruch im Juni 2009 gescheitert. Gegen den Willen der DVU wurde dieser Pakt beendet. Die hätte am Verhältnis mit der sich nazifizierenden NPD lieber festgehalten. Offenbar hat der DVU-Bundesvorsitzende Faust jetzt Angst, dass weitere Mitglieder die darbende DVU Richtung NPD verlassen. Denn jetzt hat Faust der NPD vorgeworfen, sie betreibe einen "NS-Kurs". Mit Blick auf die Ereignisse um den DVU-Funktionär Mann kann dieser Vorwurf die NPD nicht richtig treffen.