Schmutz und Extremismus
Narrenhände beschmieren Tisch und Wände
Rechtsextremisten lieben Schmutz. Deswegen beschmierten sie Potsdamer Schaufensterscheiben Mitte September. Neben einer Internet-Adresse fand sich der Spruch: "Die Demokraten bringen den Volkstod". Wer die so beworbene Website öffnet, sieht sich extremistischen Wünschen ausgesetzt: "Befreit von Konsum und Kommerz könnte eine Reinigung der Menschen stattfinden die dazu führt, dass jene sich wieder selbst erkennen und zu ihren Wurzeln finden."
Da zeigt sich wieder einmal, wie offensichtlich die Schnittflächen zwischen den Extremen sind. "Reinheit" fordern auch islamistische Extremisten und Linksextremisten. Auf einem Plakat aus Zeiten der Russischen Revolution lesen wir: "Genosse Lenin reinigt die Welt von den Unreinen". Und der Chefidologe von al-Qaida im Irak, Abu Mus´ab al Zarqawi, schreibt über die schiitische Glaubensrichtung im Islam: Schiiten seien "weniger wert als unreine Schweine". Sich selbst halten Extremisten natürlich für rein und sie fühlen sich berechtigt, die Gesellschaft auch mit Gewalt nach ihren Vorstellungen zu "reinigen".
Die Potsdamer Schmierfinken erkennt man nicht auf den ersten Blick als Reinheitsfanatiker. Und auch nicht auf den zweiten. Sie sind nämlich nichts anderes als Schmierfinken, die das Eigentum anderer verunstalten und beschädigen. Aber so war das mit Extremisten schon immer. Das eine reden sie und gegenteilig handeln sie.


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