Rechtsextremistische Paradies-Fantasien
NPD kämpft jetzt gegen Eier
Rechtsextremisten, islamistische Extremisten und Linksextremisten trennt Vieles voneinander. Doch gemeinsam ist ihnen die Verachtung von Freiheit und Demokratie. Ein rassistischer Führerstaat schwebt den Rechtsextremisten vor. Ein weltumspannendes Kalifat haben islamistische Extremisten im Sinn. Und Linksextremisten wollen eine "klassenlose Gesellschaft". Sie alle eint ebenso, die Welt in einfache Feinbilder zu zerlegen. Der Rechtsextremist stellt angeblich Höherwertige gegen Minderwertige, der islamistische Extremist stellt Gläubige gegen Ungläubige und der Linksextremist stellt Arbeit gegen Kapital.
Für ihre Ideologievermittlung greifen die Jungen Nationaldemokraten (JN) jetzt zum Comic. Der rechtsextremistische NPD-Nachwuchs konstruiert darin einen Gegensatz zwischen Enten und Hühnern. Dieser Kampf gegen Eier lässt tief blicken und legt Extremisten-Phantasien schonungslos offen. Erzählen lässt sich die Fabel schnell: das Land der Enten wird von Hühnern überschwemmt. Die Hühner (Asylbewerber, Juden, Ausländer, Demokraten, Homosexuelle etc.) reißen die Herrschaft im Entenland an sich. Doch bald regt sich Widerstand unter den Enten. Letztlich wandern sie aus und gründen einen neuen ethnisch wie entisch reinen Staat. Im Comic heißt es: "Nun lebten die Entlein wieder frei und froh (...), schufen erneut ein Paradies auf Erden."
"Paradiese auf Erden" bieten auch andere extremistische Strömungen feil. Lenin (1870-1924) benannte als das Ziel kommunistischer Bewegung ein "irdisches Paradies", Sayyid Qutb (1906-1966), Vordenker des modernen Islamismus, erstrebte für sich und seine Anhänger gar das "Reich Gottes auf Erden". Die historischen Beispiele der tatsächlichen Umsetzung extremistischer Ideologien zeigen, dass weder in Nazideutschland 1933-1945, noch in der Sowjetunion, noch unter den Taliban in Afghanistan paradiesische Zustände ausgebrochen wären. Im Gegenteil.


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