Phobien des Rechtsextremismus

NPD hat Angst vor Rettern

Rechtsextremisten scheinen anzunehmen, dass zu irgendeinem schicksalhaften Zeitpunkt das Deutsche an und für sich und für ewige Zeiten unveränderlich quasi vom Himmel gefallen sei. Zwanghaft wird von dieser falschen Vorstellung ausgehend alles angeblich Nicht-Deutsche abgelehnt. Dem steht die Geschichte entgegen. Schließlich ist Deutschland das Ergebnis historischer Wanderungsbewegungen. Und die verliefen kreuz und quer durch Europa und waren alles andere als ethnisch homogen. Ganz leicht erkennbar wird dieser multi-ethnische Prozeß schon bei Namen wie Ronny Zasowk, einem brandenburgischen NPD-Kreisvorsitzenden. Diese Liste ließe sich übrigens problemlos fortsetzen.

Trotzdem glaubt die rechtsextremistische NPD, "Angehörige anderer Rassen bleiben ... körperlich, geistig und seelisch immer Fremdkörper, gleich wie lange sie in Deutschland leben". Ein Zugewanderter könnte daher "nie Deutscher werden", da "die Verleihung ... des BRD-Passes ... nicht die biologischen Erbanlagen verändert". Insofern reagieren die Rechtsextremisten beim Thema Integration oft gereizt, obwohl es ja auch ihre eigene Geschichte betrifft.

Jüngst trat eine entsprechend gereizte NPD mit ihrem brandenburgischen Landesvorsitzenden Klaus Beier auf den Plan. Anlass ist der "Tag des Helfers" am 27. Juni 2009 in Fürstenwalde. Helfer sind Menschen, die mit der Bereitschaft zum Einsatz des eigenen Lebens andere retten. Und das meist ehrenamtlich. Solche Helfer finden wir bei den Feuerwehren, beim Katastrophenschutz und in vielen weiteren Hilfsorganisationen. Helfer fragen nicht nach Nationalität, Kultur oder Sprache. Sie retten einfach jeden, weil es ihnen um den Schutz des Menschen an sich geht.

Solche Organisationen und das damit verbundene Menschenbild halten Gesellschaften erst zusammen und machen sie lebenswert. Deshalb will man beim anstehenden "Tag des Helfers" auch Menschen mit Migrationshintergrund erreichen, um diese für den Dienst an der Gemeinschaft, die ebenso die ihre ist, zu gewinnen. Der NPD passt das nicht. Sie hat nun den Landrat im Kreis Oder-Spree gefragt, ob "Deutsche ... nur noch als Bürger 'zweiter Wahl' abqualifiziert" würden. Auch will dieser Beier wissen, "welchen Hintergrund ... die besondere 'Ansprache' der Bürger mit Migrationshintergrund" habe.

Es scheint, als habe die NPD Angst vor Rettern mit Migrationshintergrund. Aber dann ist ihr wirklich nicht mehr zu helfen.