Rechtsextremisten scheitern am globalen Markt

Amazon kickt NPD aus dem Partnerprogramm

Am 4. Juni 2009 veröffentlichte der brandenburgische Verfassungsschutz einen Beitrag unter der Überschrift "Chronisch klamme Rechtsextremisten - NPD ist Amazon-Partner und verdient damit Geld" (http://www.verfassungsschutz.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.160917.de). Amazon wurde daraufhin vielerorts aufgefordert, die Geschäftsbeziehungen mit der NPD zu beenden. Zu recht, denn die Teilnahmebedingungen des Amazon-Partnerprogramms untersagen bestimmte Inhalte. Amazon-Sprecherin Christine Höger erklärte jetzt gegenüber "pressetext.de": "Wir haben die Überprüfung der Netztagebuch-Website abgeschlossen und entschieden, dass die Website nicht den Teilnahmebedingungen unseres Partnerprogramms entspricht. Wir schließen die Website von der weiteren Teilnahme am Amazon.de-Partnerprogramm aus und haben den Websitebetreiber über unsere Entscheidung informiert." Zwar sind die Amazon-Verweise noch auf der NPD-Seite "Nationales Netztagebuch" vorhanden. Doch hierzu ergänzt die Amazon-Sprecherin: "Die Links werden in den nächsten Tagen entfernt".

Mit dieser schnellen und eindeutigen Reaktion hatte die NPD wohl nicht gerechnet. Auf der Homepage des brandenburgischen Landesverbandes frohlockte man zunächst, die Einnahmen würden "in vollem Umfang in den Walkampf" fließen. Ein Schreiber beim "Nationalen Netztagebuch" forderte gar "Solidarität" mit Amazon und lobte den "erfolgreichen amerikanischen Konzern" sowie die "Meinungsfreiheit und Demokratie" in dessen "Mutterland". In eigennützigen Fragen des Geldes wandelt sich die NPD offenbar schnell zum Globalisierungsbefürworter und USA-Bewunderer. Doch das ist nicht von Dauer. Schnell werden Wahnvorstellungen nachgeschoben, wonach der "Ruf nach einem nationalen Sozialismus ... immer zahlreicher" sei. Wobei es "das" schon "gab ... und zwar recht erfolgreich". Auch könne man eine "Bewegung wie die unsere ... nicht aufhalten" und droht: „Wie blutig wird die Änderung der Gesellschaft verlaufen?"

Für Amazons Entscheidung, die NPD-Seite aus dem Partnerprogramm zu werfen, waren diese Ausführungen sicherlich hilfreich. Geben sie doch guten Aufschluß über das verfassungsfeindliche Wesen der Partei. Etwas Arbeit hat der Konzern aber noch vor sich, denn offenbar hat sich ein weiterer NPD-Kreisverband für das Partnerprogramm registrieren lassen.