Rechtsextremismus / NPD
Indymedia springt Voigt bei
"Deutscher ist, wer deutschen Blutes ist", heißt es bei der NPD. Woran man „deutsches Blut" erkennt, bleibt allerdings offen. Auch die geographischen Vorstellungen von Deutschland sind bei der NPD eher diffus. Häufig zitiert man in rechtsextremistischen Kreisen das alte Lied von Ernst Moritz Arndt: „Was ist des Deutschen Vaterland? So nenne mir das große Land! So weit die deutsche Zunge klingt, Und Gott im Himmel Lieder singt. Das soll es sein!" Danach würden auch die deutschsprachigen Kantone der Schweiz in rechtsextremistischen Phantasien zu einem "Großdeutschland" zählen. Dort äußert man sich aber sehr abschätzig über die NPD und ihren Vorsitzenden, Udo Voigt. So berichtet die Neue Zürcher Zeitung vor Kurzem über Voigt, er sei ein „übler Rassist." Nicht zuletzt habe sich das im Fall des NPD-Terminplaners für die Fußballweltmeisterschaft 2006 gezeigt. Mit dem Spruch „Weiß. Nicht nur eine Trikotfarbe. Für eine echte Nationalmannschaft" warb die NPD darin für ihre Rassenideologie. Voigt und andere wurden im April 2009 deswegen vom Amtsgericht Tiergarten unter anderem wegen Volksverhetzung und Beleidigung verurteilt. Die Schweizer Presse war besonders negativ davon beeindruckt, dass Voigt im Gerichtsverfahren zu feige war „offen zu seinen Überzeugungen zu stehen. Kleinmütig sich und seine Ideologie verleugnend" sei er aufgetreten.
Völlig überraschend erhält Voigt aus einem anderen Lager Unterstützung. „indymedia.org" ist zwar weniger für rechtsextremistische Inhalte bekannt. Jedoch stellt man sich dort unter der Überschrift "Wie die Justiz Systemkritik unterdrückt" auf die Seite des NPD-Manns. Denn dort heißt es, es sei "Vorsicht geboten", wenn der "Wunsch, dieses System zu überwinden, schon als strafbar gilt".
Voigt, seine NPD und die betreffenden Schreiber auf Indiymedia meinen mit "System" übrigens unsere Demokratie.


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